12.08.2017 - 18.08.2017



Redaktion:Philipp Müller


              • 100. Geburtstag und mögliche Heiligsprechung
              • Kritik am Beichtgeheimnis
              • Peter Kohlgraf spricht über Kirchenasyl und Laiengottesdienste
              • In zwei Bistümern leiten nun Laien Gemeinden


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                          Vergangene Woche in den Medien:



                          100. Geburtstag und mögliche Heiligsprechung

                           

                          Kurienerzbischof Vincenzo Paglia hat vor dem 100. Geburtstag Óscar Romeros am 15. August die Heiligsprechung für 2018 in Aussicht gestellt. Die Überprüfung eines Heilungswunders habe nun im Vatikan begonnen.

                           

                          Eine schwangere Frau und ihr Kind seien auf die Fürsprache Romeros geheilt worden. Die diözesane Untersuchung in San Salvador habe die medizinische Unerklärbarkeit der Heilung festgestellt. Wenn die Überprüfung des Wunders Vatikan reibungslos verlaufe, könne bereits im nächsten Jahr mit der Heiligsprechung des 1980 getöteten Erzbischofs gerechnet werden.

                           

                          Paglia, der Postulator des Heiligsprechungsverfahrens und Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, betonte die Bedeutung Romeros für die Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Sein Todestag werde sowohl als kirchlicher Gedenktag für die modernen Märtyrer als auch Tag für Glaubens- und Gewissensfreiheit der Vereinten Nationen begangen. Papst Franziskus hatte ihn am 23. Mai 2015 seliggesprochen, nachdem Papst Benedikt XVI das Verfahren voran gebracht hatte.

                           

                          Dazu: Signale aus dem Vatikan (domradio.de, 12.08.2017)

                          Die zwei Martyrien des Oscar Romero (Radio Vatikan, 11.08.2017)

                          Óscar Romero: Selig, heilig, ewig (DW, 15.08.2017)


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                          Kritik am Beichtgeheimnis

                           

                          Die Australische Untersuchungskommission zum Missbrauchsskandal hat in seinen Empfehlungen die Aufhebung des Beichtgeheimnisses gefordert.

                           

                          Am 14. August veröffentlichte die "Königliche Kommission zur Untersuchung des Umgangs von Institutionen mit sexuellem Missbrauch von Kindern" 85 Empfehlungen zur Reform des Strafrechtes in Australien. Eine der Forderung ist die Verpflichtung von Priestern, Informationen zu sexuellem Missbrauch von Kindern auch aus Beichtgesprächen an die Justiz zu melden. Wer das nicht tue soll strafrechtlich belangt werden.

                           

                          Der australische Erzbischof Denis Hart wies diese Forderung zurück. Die Beichte sei die Begegnung mit Gott durch den Priester, die als Teil der Religionsfreiheit geschützt sei. „Das muss so bleiben“, forderte der Erzbischof von Melbourne. Er forderte von Priestern die Weitergabe von Informationen außerhalb des Beichtgeheimnisses. Dazu sei man „absolut entschlossen.“

                           

                          Die rechtliche Bewertung des Beichtgeheimnisses ist in verschiedenen Ländern uneinheitlich gestaltet. In Deutschland ist es durch den Paragrafen 132 des Strafgesetzbuches geschützt. In Frankreich sind Priester gesetzlich verpflichtet Straftaten gegen Wehrlose und Kinder unter 15 anzuzeigen, auch wenn sie die Informationen in der beichte erfahren. Priester, die das nicht tun, riskieren eine hohe Geldstrafe und sogar bis zu drei Jahre Haft. 

                           

                           

                          Dazu:

                          Soll das Beichtgeheimnis auch bei Kindesmissbrauch gelten?

                          (Berliner Morgenpost, 15.08.2017)

                          Konflikt mit dem Gewissen (domradio.de, 15.08.2017)


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                          Kirchenasyl und Laiengottesdienste

                           

                          Der künftige Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in einem  Interview mit der DPA vor einer politischen Diskussion gewarnt, die Flüchtlinge mit Ausgrenzung begegnet. Im Interview mit dem Wiesbadener Kurier sprach er über die Zukunft der Kirche und Laiengottesdienste.

                           

                          Kohlgraf sprach sich für klare politische Positionen aus, machte aber deutlich, das christliche Abendland bestehe für ihn nicht aus „Abgrenzungsbestrebungen.“ Europa sei immer ein Austausch von Kulturen gewesen. Im Kirchenasyl sehe er eine Chance für eine bessere Prüfung von einzelnen Fällen. In einigen Fällen müsse man aber auch die Begrenzungen für kirchliches Handeln eigestehen. Für seine Bischofsweihe am 27. August bittet Kohlgraf um Spenden für Flüchtlingshilfe. Er hoffe, das Thema weiter im Blick des Bistums zu behalten.

                           

                          Er sehe die Zukunft der Kirche in den Gemeinden vor Ort, sagte der designierte Bischof dem Wiesbadener Kurier. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen den Städten und den kleiner Dörfern auf dem Land. Dort müsse die Kirche auch mit weniger Priestern den Glauben leben. Dazu könne er sich auch von Gottesdienste ohne Eucharistie vorstellen, die von Laien abgehalten werden. Diese Gottesdienste könnten eine Ergänzung für Orte sein, in denen nicht jede Woche eine Eucharistie gefeiert wird.

                           

                          Dazu: Bischof sieht Grenzen von Kirchenasyl

                          (Mannheimer Morgen, 16.08.2017)

                          Bischof kann sich Gottesdienst auch ohne Pfarrer vorstellen

                          (DERWESTEN, 14.08.2017)

                          "Brennen für Dienst am Menschen" (Wiesbadener Kurier, 14.08.2017)


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                          In zwei Bistümern leiten nun Laien in den Gemeinden

                           

                          Im Bistum Osnabrück werden künftig nicht immer Priester eine Pfarrei leiten. Auch das Erzbistum München erprobt Lösungen mit Laienteams für Pfarreien ohne priesterliche Leitung.

                           

                          Das Osnabrücker Modell sieht vor die theologisch gebildeten Leiter aus dem Laienstand, etwa Pastoral- oder Gemeindereferenten, einen moderierenden Priester beizustellen. Der Priester ist Leitung unterstellt und kann aus anderen pastoralen Gebieten kommen oder auch schon pensioniert sein.  

                           

                          Das Erzbistum München setzt dagegen auf Leitungsteams ohne einzelne Letztverantwortliche. Damit wolle man die Kirchen vor Ort halten, erklärt Robert Lappy, Verantwortlicher für Strategie- und Organisationsentwicklung im Erzbistum. In einer dreijährigen Erprobungsphase wolle man nun Erfahrungen sammeln.

                           

                          Möglich wurden die Modelle für Laien in der Gemeindeleitung durch Kanon 517,2, der 1983 in das Kirchenrecht eingefügt wurden. Vorbild waren Erfahrungen aus der lateinamerikanischen Kirche.

                           

                          Dazu:

                           

                          Laien an die Macht (Deutschlandfunk, 16.08.2017)  


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                          Der kath.de Wochenkommentar



                          Maria Himmelfahrt – und schützenswerte Bräuche

                           

                          von Marlen Hessler

                           

                          Maria Himmelfahrt ist eines der Hochfeste der katholischen Kirche. Der Feiertag hat aber an Gewicht verloren, denn als exklusiv katholisches Fest ist es kein gesetzlicher, sondern lediglich ein kirchlicher Feiertag. Die meisten Menschen müssen daher arbeiten und die damit verbundenen Bräuche sind in Gefahr.

                           

                          Lesen Sie den vollständigen Kommentar hier.


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