14.10.2017 - 20.10.2017



Redaktion: Julia Westendorff


                • Heiligsprechungen
                • Missbrauchsvorwurf bleibt offen
                • Unterstützung für den Papst
                • Ökumene und Reformationsjubiläum


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                            Vergangene Woche in den Medien:



                            Heiligsprechungen

                            Papst Franziskus hat am Sonntag im Rahmen einer Festmesse 35 Gläubige aus Brasilien, Mexiko, Spanien und Italien heilig gesprochen.

                             

                            Unter ihnen waren 30 katholische Missionare, die im 17. Jahrhundert in Brasilien getötet wurden, die ersten Märtyrer Brasiliens. Der Jesuit Andre de Soveral und der Priester Ambrosio Francisco Ferro wurden im Jahr 1645 mit ihren 28 Begleitern im Gebiet des heutigen brasilianischen Bundesstaat Rio Grande getötet. Papst Johannes Paul II. hatte sie im Jahr 2000 selig gesprochen.

                             

                            Vor hunderten von Pilgern aus aller Welt sprach der Papst am Sonntag die Heiligsprechungsformel und gab die neuen Heiligen für die weltweite Verehrung frei. In seiner Predigt würdigte Franziskus diese Katholiken als Vorbild einer vollkommenen Hingabe für Christus. Das Leben des Christen sei "eine Liebesgeschichte mit Gott".

                             

                            Dazu:

                            Papst spricht 35 Gläubige heilig (Zeit, 15.10.2017)

                            Papst spricht Märtyrer heilig: „Sie gaben ihr Leben hin“ (Radio Vatikan, 15.10.2017)

                             


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                            Missbrauchsvorwurf bleibt offen

                            Im Bistum Hildesheim soll ein verstorbener Bischof einen Messdiener, ein Pfarrer ein junges Mädchen missbraucht haben. Nun hat ein Münchner Institut im Auftrag des Bistums Hildesheim ein Gutachten zu den Vorwürfen vorgelegt.

                             

                            Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) kam zu dem Ergebnis, das Bistum Hildesheim und der Jesuitenorden haben über lange Zeit wissentlich in Kauf genommen, dass Minderjährige durch den pensionierten Priester Peter R. gefährdet wurden.

                             

                            Der Missbrauchsvorwurf gegen den 1988 verstorbenen Hildesheimer Ex-Bischof Heinrich Maria Janssen lässt sich nach Ansicht der Gutachter hingegen weder beweisen noch entkräften.

                             

                            Das Bistum Hildesheim war wegen seiner mangelnden Aufklärungsarbeit in den beiden Fällen kritisiert worden. Die Gutachter wiesen anlässlich der untersuchten Fälle auch auf grundsätzliche Probleme der katholischen Kirche im Umgang mit Missbrauch hin.

                             

                            Dazu:

                            Muster des Wegschauens (Deutschlandfunk, 17.10.2017)

                            "Naivität, Verantwortungslosigkeit, unklare Kommunikation"
                            (Spiegel, 16.10.2017)

                            Missbrauchsvorwurf gegen Ex-Bischof bleibt offen (HAZ, 16.10.2017)

                            Missbrauch: "Muster des Wegschauens" im Bistum (NDR, 16.10.2017)


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                            Unterstützung für den Papst

                            Papst Franziskus erhält nun Unterstützung von einer neu gegründeten Initiative "Pro Pope Francis" .

                             

                            Das länderübergreifende Bündnis sei für die "mutige und theologisch wohl begründete Amtsführung" des Papstes sehr dankbar. In einem an Franziskus adressierten Brief bitten ihn die Unterzeichner, mittlerweile über hundert Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft, "von seinem eingeschlagenen Weg nicht abzuweichen".

                             

                            Konservative Kritiker haben Papst Franziskus wegen seines Schreibens "Amoris Laetitia" Häresie vorgeworfen. Dutzende katholische Theologen haben einen offenen Brief mit dem Titel "Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien" geschrieben. Das Schreiben wurde unter anderem von der italienischen Zeitung "La Stampa" veröffentlicht. In dem 2016 veröffentlichen Dokument rief Franziskus zu mehr Barmherzigkeit auf und trug den Ortskirchen auf, über Fälle individuell zu entscheiden. Grundsätzlich hält er an den katholischen Normen zur Ehe fest.

                             

                             

                            Dazu:

                            Papst-Vertrauter: „Es gibt keine Norm, die man auf jeden Fall befolgen muß“ (Katholisches Magazin für Kirche und Kultur, 20.10.2017)

                            "Er setzt sich der Kritik aus" (Domradio, 19.10.2017)

                            „Pro Pope Francis“: Initiative zur Unterstützung des Papstes
                            (Radio Vatikan, 17.10.2017)

                            Amoris Laetitia: Kardinal Müller fordert erneut Dialog zur Schlichtung der Kontroverse (CNA Deutsch, 15.10.2017)


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                            Ökumene und Reformationsjubiläum

                             

                            Der Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019 in Dortmund, Hans Leyendecker, setzt in der Ökumene stark auf Papst Franziskus. Für den Journalist gehört nun das Tempo angezogen, "weil mit ihm manches möglich scheint, was vielleicht nach ihm nicht so einfach zu erreichen sein wird".

                             

                            Zwar gebe es nach wie vor Differenzen, jedoch stehe unter Papst Franziskus das hohe Maß an Gemeinsamkeiten im Vordergrund. Papst Franziskus wisse, "dass auch seine Kirche mehr Freiheit braucht, weil sie sich sonst ins Abseits stellt". Für Leyendecker müsse Ökumene Alltag werden.

                             

                            Auch viele evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer sind sich einig, "Wir haben eine ökumenische Überraschung erlebt!" und sind froh, dass dies während des Reformationsjubiläum und durch die Unterstützung von Papst Franziskus und der katholischen Bischöfe möglich war. Zum 500. Mal jährt sich am 31. Oktober die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther in Wittenberg. Das Jubiläumsjahr neigt sich zum Ende und die Hoffnung auf weitere positive Zusammenarbeit überwiegt.

                             

                             

                            Dazu:

                            "Hohes Maß an Gemeinsamkeiten" (Domradio, 19.10.2017)

                            Reformationsjubiläum wirkt positiv auf Ökumene (Südkurier, 17.10.2017)

                            „Ökumene mit brennender Geduld – oder: Papst Franziskus als Reformator der Kirche?“ (SWP, 17.10.2017)

                            „Wir sind Kirche“: Forderungen nach Ökumene-Abendmahl werden lauter (Jesus, 16.10.2107)


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                            Der kath.de Wochenkommentar



                            Hinter den Papst

                             

                            von Julia Westendorff

                             

                            "Werden wir das Schwert über dem Papst zücken, so werden wir uns selber treffen", so heißt es in Martins Luthers Tischreden. Heute wird heftige Kritik am Papst geübt. Vor allem Konservative rügen Franziskus öffentlich in verschiedenen Formen. Aber muss das wirklich sein?

                             

                            Lesen Sie den vollständigen Kommentar hier.


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